Idi Amin Trump
13. 1. 2026 / Fabiano Golgo
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3 minuty
Was
wir heute beobachten, ist keine Politik. Es ist Psychoanalyse ohne
Couch und Macht ohne Scham. Trump regiert nicht die Vereinigten
Staaten, er spielt Kindheitstraumata auf planetarer Ebene nach. Freud
würde kündigen. Die Geschichte würden sich einen weiteren Drink
bestellen.
Übersetzt aus dem Tschechischen von Uwe Ladwig
Das
ist nicht rationaler Zynismus von Nixon, auch nicht die kalte
Brutalität von Diktatoren, die zumindest Geometrie, Statistik oder
Angst respektierten. Trump steht für etwas Obszöneres: die
Infantilisierung von Macht. Das Oval Office hat sich in einen
Spielraum verwandelt, in dem die Realität vertraglich ist und die
Wahrheit eine lästige Erfindung von Feinden.
Er
lügt nicht wie ein Stratege. Er lügt wie ein Kind, das sofort einen
Keks haben will.
Wenn
Trump behauptet, China habe keine Windparks, macht er keinen Fehler.
Es drückt seinen Wunsch aus. Er sehnt sich nach einer Welt, in der
die Dinge, die ihn nerven, einfach nicht existieren. Hohe Strukturen,
die sich ohne Erlaubnis drehen, beleidigen seine Vorstellung von
männlicher Unbeweglichkeit. Windmühlen bewegen sich. Trump mag
keine Dinge, die sich bewegen, wenn sie ihn nicht zuklatschen.
Wenn
er behauptet, dreimal in Minnesota gewonnen zu haben, fälscht er
keine Geschichte; er schreibt seine emotionale Autobiografie um. In
seiner inneren Geschichte ist Ablehnung unmöglich. Wenn die Welt
"nein" sagt, liegt die Welt falsch. Wahlen sind keine
kollektive Wahl – sie sind ein Beliebtheitswettbewerb, mit dem
ausschließlich Trumps Selbstwertgefühl beurteilt wird.
Genau
hier wird er zu einem Idi Amin mit WLAN.
Amin umgab sich
mit Spiegeln und Medaillen. Trump umgibt sich mit Bildschirmen und
Loyalisten, die wie Spielfiguren auf dem Armaturenbrett nicken. Amin
benannte sich endlos um. Trump wiederholt seinen eigenen Namen, bis
er zur Politik wird. Beide verwechseln Selbstliebe mit
Souveränität.
Aber Trumps Diktatur ist grotesker, weil
sie leer ist. Es gibt kein Projekt, keine Ideologie und kein
erschreckender Zusammenhang. Es gibt nur ein Ego – aufgebläht,
verletzt, nach Anerkennung als Gott schreiend, der die sozialen
Medien alle drei Minuten checkt.
Er herrscht durch Groll.
Er unterschreibt Dekrete, wie ein Kind Türen zuschlägt. Er greift
Institutionen nicht an, weil sie ihn bedrohen, sondern weil sie ihn
daran erinnern, dass die Welt nicht das Wohnzimmer seiner Eltern ist.
Und diese Blase – ach, diese Blase! Stalin isolierte sich aus
Angst. Salazar durch Schweigen. Trump durch Schmeichelei, was viel
toxischer ist. Angst schärft zumindest den Verstand. Schmeichelei
löst ihn auf.
Innerhalb der Trump-Blase sind Experten
Feinde, Journalisten Verräter, Richter ein persönliches Problem und
Fakten wählbare Ansichten. Das Land wird zur Kulisse seiner
Stimmungen. Außenpolitik ist Klatsch. Wirtschaft ist ein Gefühl
nach dem Mittagessen. Das ist die Pornografie der Macht: ein nackter
Impuls ohne Verantwortung.
Trump will das Land nicht
regieren. Er möchte, dass das Volk ihn verehrt. Und wenn die
Verehrung nachlässt, bestraft es die Realität. Das ist die
Psychologie des Kinderkönigs: "Wenn du mich nicht liebst,
existierst du nicht."
Idi Amin hat die Wahrheit mit
Gewalt ermordet. Trump erstickt sie mit Dummheit. Einer herrscht mit
Schrecken, der andere mit Erschöpfung. Amen entsetzte die Welt.
Trump ermüdet sie. Und das ist die Gefahr. Spott dämpft die Angst.
Wir lachen, während Institutionen verrotten. Wir spotten, während
die Normen zusammenbrechen. Wir verwechseln Absurdität mit
Harmlosigkeit. Aber der Geschichte ist egal, ob Tyrannei in Stiefeln
oder Turnschuhen kommt. Macht ohne Erwachsensein ist immer tödlich.
Ein Kind mit Streichhölzern kann das Haus immer in Brand
setzen.
Trump ist nicht das Ende der Demokratie.
Er ist ihr
Nervenzusammenbruch. Einer Zivilisation, die sich von
Ungerechtigkeit, Impuls und verwundeter Eitelkeit leiten ließ.
Der
Kaiser ist nicht nackt – sondern beleidigt. Und die Tragödie ist
nicht, dass er an seine Fantasien glaubt. Die Tragödie ist, dass das
mächtigste Land der Welt gezwungen ist, in ihnen zu leben.
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