"Eine sehr gefährliche Person": Alarm – Pete Hegseth schwelgt am Blutvergießen des iranischen Krieges

10. 3. 2026

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Kritiker warnen, dass der ehemals harte und bombastische Fox-News-Moderator nicht in der Lage sei, das US-Militär in einem neuen, obskuren Konflikt im Nahen Osten zu führen.

Hart und streitlustig klang er eher wie ein Comic-Tyrann als wie ein ernsthafter Staatsmann. "Tod und Zerstörung vom Himmel den ganzen Tag lang", prahlte Pete Hegseth, gekleidet in eine rot-weiß-blaue Krawatte und ein Taschentuch vor Reportern im Pentagon in der Nähe von Washington. "Es sollte nie ein fairer Kampf sein und es ist kein fairer Kampf. Wir verpassen ihnen Schläge, wenn sie am Boden sind, und genau so sollte es sein."

Übersetzt aus dem Tschechischen  von Uwe Ladwig


Hegseth, 45, ein ehemaliger Fox-News-Moderator, der nun das mächtigste Militär der Welt befehligt, wurde diese Woche zum Gesicht von Donald Trumps Krieg im Iran. Dies hat bei Kritikern Alarm ausgelöst, die warnen, dass der Verteidigungsminister – umbenannt in "Kriegsminister" –das Pentagon schnell in eine Basis für einen ideologischen und religiösen Kreuzzug verwandelte.

Mit Machismo, christlichem Nationalismus und Rücksichtslosigkeit für das Leben amerikanischer Soldaten sollen Hegseths kindliche Auftritte im Fernsehen Trumps Wunsch nach einem die männlichen Szene entsprechendem Kriegstreiber befriedigen. Dies wurde durch das kontroverse
Video in den sozialen Medien gestützt, die Ausschnitte aus Hollywood-Blockbustern wie Braveheart, Gladiator, Superman und Top Gun mit Hegseth und echten Aufnahmen der Anschläge im Iran zeigt.

Janessa Goldbeck, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation Vet Voice Foundation sagte: "Pete Hegseth ist eine sehr gefährliche Person. Er ist ein weißer christlicher Nationalist, der über das Arsenal der US-Regierung und die Erlaubnis von Präsident Trump verfügt, überall und gegen wen er will, ein blutiges Gemetzel zu entfesseln."

Hegseths Aufstieg wäre unter jedem anderen Oberbefehlshaber undenkbar gewesen. Geboren in Minneapolis, studierte er Politikwissenschaft an der Princeton University und wurde Herausgeber und Herausgeber einer konservativen Studentenzeitschrift

Nach seinem Weggang aus Princeton trat Hegseth als Infanterieoffizier in die US Army National Guard ein. Während seines Dienstes wurde er nach Guantanamo Bay, Kuba, entsandt und absolvierte Einsätze im Irak und in Afghanistan. enthüllte er später in seinem Buch , dass er die Soldaten unter seinem Kommando im Irak angewiesen hatte, Rechtsberatung zu ignorieren, wann sie feindliche Kämpfer nach den Kampfregeln töten durften.

Hegseth wurde Geschäftsführer der konservativen Interessengruppe Concerned Veterans for Americ verließ, verließ sie aber im Jahr 2016 aufgrund der Beschuldigung wegen eines Finanzskandals, sexueller Belästigung und persönliche Fehlverhaltens.

Im Jahr 2018 schickte seine Mutter Penelope ihm eine E-Mail, in der sie schrieb: "Du bist ein Tyrann der Frauen – das ist die hässliche Wahrheit, und ich habe keinen Respekt vor einem Mann, der Frauen demütigt, lügt, betrügt, mit anderen Frauen schläft und sie für seine eigene Macht und sein Ego benutzt. Du bist so ein Mann (und das schon seit Jahren) und als deine Mutter tut es weh und schämt mich, das sagen zu müssen, aber es ist eine traurige, traurige Wahrheit."

Hegseth wurde anschließend ein bekanntes Gesicht im Fernsehen als Mitarbeiter und Co-Moderator von Fox & Friends' Fox News, wo er oft Trump interviewte und seine Politik verteidigte. Er schrieb einmal, dass, wenn die Demokraten die Wahl gewinnen, "das Militär und die Polizei ... gezwungen, eine Entscheidung zu treffen" und "ja, es wird irgendeine Form von Bürgerkrieg geben". 

Trump gewann jedoch 2024 und nominierte Hegseth für das Amt des Verteidigungsministers. Während seiner Anhörung vor dem Senat stellten die Senatoren ernsthafte Fragen zu seiner Vergangenheit: zu abfälligen Bemerkungen über Frauen, die in den Streitkräften dienten, zu Beschuldigungen, er habe während des Dienstes getrunken, zu Vorwürfen sexueller Belästigung und unangemessenen Verhaltens, zu seiner problematische Arbeit bei der Leitung von zwei kleinen gemeinnützigen Organisationen für Veteranen und seiner fehlenden Erfahrung für den Posten, der die mächtigste Armee der Welt überwacht.

Der Senat spaltete sich schließlich mit 50 zu 50, sodass Vizepräsident J.D. Vance über die Gleichheit entscheiden musste. Als Verteidigungsminister versprach Hegseth, "zerquetschende und bestrafende Gewalt" gegen Feinde auszuüben und versprach, die "dummen Kampfregeln" abzuschaffen – Regeln, die darauf abzielen, Angriffe auf Zivilisten einzuschränken.

Jetzt, in seiner ersten Woche, in der er die Nation durch einen düsteren neuen Konflikt im Nahen Osten führt, hat Hegseth weitgehend die Ernsthaftigkeit des traditionellen Verteidigungsministers zugunsten der performativen Exzesse eines parteiischen Kommentators aufgegeben, der sich an Amerikas Gewaltfähigkeit erfreut.

Jahrelang pflegte er eine hypermaskuline "Muskelmann"-Ästhetik, die Trumps Sensibilität und rechtsgerichtete Medienökosysteme ansprechen sollten. Jetzt, angesichts einer geopolitischen Krise, die Nuancen und strategische Weitsicht erfordert, erscheint er vielen wie jemand, der sich außerhalb seiner Liga befindet.

Goldbeck, eine Marine-Veteranin, die als Ingenieuroffizierin im Ausland eingesetzt wurde, kommentierte: "Ich wünschte, ich könnte sagen, wie arrogant, direkt und hoffnungslos Minister Hegseth in der Führung des Pentagons ist. Ich finde nicht einmal Worte, die seine Selbstbezogenheit beschrieben, die nur seiner offensichtlichen moralischen Perversion entspricht."

Sie fügte hinzu: "Vergessen wir das nicht, dass Pete Hegseth ein ehemaliger Moderator der Fox-News-TV-Morgenshow ist und eine karikierte Persönlichkeit hat, die eine Sprache spricht, die er für die eines harten Kerls hält, aber für mich als Veteranin und für viele meiner Kollegen, die im Kampf gedient haben, wirkt er wie jemand, der völlig unfähig ist und vorgibt, eine machohafte Persönlichkeit zu haben.

Ehrlich gesagt, es ist peinlich. Wir wissen, dass dieser Kerl unfähig ist. Ich würde mich nicht sicher fühlen, wenn ich Pete Hegseth anvertrauen würde, eine Bestellung von DoorDash zusammenzustellen.“.

Ehemalige Beamte des Weißen Hauses teilen diese Bedenken. Brett Bruen, Präsident des Global Situation Room und ehemaliger Direktor für globale Beziehungen in der Obama-Administration, sagte: "Hegseth ist nicht geeignet für die Art von Beruhigung und Strategie, die Amerikaner und unsere Verbündeten jetzt vom Pentagon hören müssen.

"Ich brauche keinen Aufkleber auf dem Stoßdämpfen. Ich brauche seine Prahlerei und Unverschämtheit nicht. Ich muss wissen, dass das US-Militär in starken und stabilen Händen ist, und was wir in seinen ersten Pressekonferenzen im Krieg gesehen haben, ist die Unfähigkeit, über die Grenzen dieser Fox-Persönlichkeit hinauszugehen und die Rolle des Anführers unseres Landes in Kriegszeiten zu übernehmen."

Während einer Pressekonferenz des Pentagon zum Krieg am Mittwoch schlug Hegseth einen bombastischen Ton an und sagte über die iranischen Führungspersönlichkeiten: "Sie sind erledigt und sie wissen es. Oder zumindest werden sie es bald wissen. Amerika gewinnt – auf entschlossene, vernichtende und gnadenlose Weise."

Er kritisierte "Fake News", als er über sechs Armee-Reservisten sprach, die bei einem iranischen Angriff auf ein Einsatzzentrum in Kuwait getötet wurden. "Wenn ein paar Drohnen hereinkommen oder etwas Tragisches passiert, steht es auf der Titelseite der Zeitung. Das verstehe ich. Die Presse will nur, dass der Präsident schlecht aussieht. Aber versuchen Sie, einmal die Realität berichten. Die Bedingungen dieses Krieges werden wir bei jedem Schritt bestimmen."

Diese Kommentare führten zu Empörung wegen mangelnder Empathie für gefallene Amerikaner. Jeremy Varon, Professor für Geschichte an der New School for Social Research in New York, sagte: "Das ist empörend. Alle Medien, unabhängig von der Parteizugehörigkeit, bemühen sich landesweit, das Andenken und die Toten zu ehren, und er sieht dies nur als Taktik, um Trump zu stürzen."

Der Senat befasste sich kaum mit einem anderen Aspekt von Hegseths Persönlichkeit: seiner Sympathie für den christlichen Nationalismus. Die Fotos zeigen ihn mit zwei Tätowierungen, die mit der Kreuzritter-Symbolik verbunden sind. Eines davon zeigt das Jerusalemer Kreuz – eine Gruppe von fünf Kreuzen, die seit langem mit der mittelalterlichen Kreuzritterikonographie in Verbindung gebracht wird – auf seiner Brust.

Daneben steht ein Schwert, begleitet vom lateinischen Ausdruck "Deus vult", was "Gott will es" bedeutet, ein Slogan, der historisch mit den Kreuzzügen verbunden ist und in den letzten Jahren von verschiedenen rechtsextremen Gruppen wiederbelebt wurde. Es erschien auf der Kleidung und den Flaggen einiger Teilnehmer des Angriffs auf das Kapitol am 6. Januar.

Diese Verbindungen sind nicht nur symbolisch. In seinem Buch American Crusade aus dem Jahr 2020 schrieb Hegseth, dass diejenigen, die von der "westlichen Zivilisation" profitieren, "den Kreuzfahrern danken sollten". Das Buch legt nahe, dass demokratische Politik allein möglicherweise nicht ausreicht, um die Ziele seiner politischen Verbündeten zu erreichen, und verkündet: "Wählen sind eine Waffe, aber sie reicht nicht aus. Wir wollen nicht kämpfen, aber wie unsere christlichen Brüder vor tausend Jahren müssen wir es tun."

Es gibt Berichte über noch beunruhigenderen Verhalten. Der New Yorker berichtete, dass ein Kollege von Concerned Veterans for America sich darüber beklagte, dass er und ein anderer Mann während einer betrunkenen Episode in einer Bar während einer Geschäftsreise wiederholt "Tötet alle Muslime!" gerufen hätten.

Hegseth unterstütze schon zuvor die Lehre der "sphärischen Souveränität", eine Weltanschauung, die von den extremistischen Überzeugungen des christlichen Rekonstruktionismus (CR) abgeleitet ist. Diese Philosophie fordert die Todesstrafe für Homosexualität sowie für streng patriarchale Familien und Kirchen.

Der Verteidigungsminister besucht die Pilgrim Hill Reformed Fellowship, eine Kirche, die mit der Communion of Reformed Evangelical Churches verbunden ist, einer von Pastor Doug Wilson mitbegründeten Konfession, die offen eine theokratische Vision einer Gesellschaft durchsetzt, in der Frauen sich ihren Ehemännern zu unterwerfen haben und ihnen das Wahlrecht verweigert werden soll. Wilson hielt kürzlich auf Einladung von Hegseth einen Gottesdienst  im Pentagon

Robert P. Jones, Präsident und Gründer des Public Religion Research Institute in Washington, sagte: "Es geht nicht um ein oder zwei Kommentare. Es handelt sich nicht um einmaliges Verhalten. Es geht um eine langfristige, öffentlich gezeigte Orientierung, die Hegseth hat. Es geht nicht nur eine Verherrlichung von Gewalt, sondern eine Verherrlichung von Gewalt im Namen des Christentums und der Zivilisation."

Die Military Religious Freedom Foundation (MRFF) gibt an, sie habe mehr als 200 Beschwerden von Soldaten an Militärkommandanten erhalten, die extremistische christliche Rhetorik über das biblische "Ende der Welt" heranziehen, um eine Beteiligung an einem Krieg mit Iran zu rechtfertigen. Solche Formulierungen könnten auch für arabische Verbündete beleidigend sein und dem Iran die Munition liefern, die er braucht, um seinen eigenen heiligen Krieg gegen die USA zu rechtfertigen.

Jones warnte: "Das stellt es nicht etwas dar, das mit der Öffentlichkeit zu tun hat – geht es ums Kernwaffenprogramm? Geht es um eine Unterstützung von Terrorismus? – was legitime politische Fragen sind. Das entnimmt es der politischen Sphäre und stellt es als heiligen Krieg eines angeblich christlichen Landes gegen ein muslimische Länder dar."

Doug Pagitt, Pastor und Geschäftsführer der progressiven christlichen Gruppe Vote Common Good, vergleicht Hegseths Sicht auf die Welt mit der historischen Häresie Konstantins, der angeblich ein Kreuz auf seinen Schild malte, um im Namen Gottes zu erobern – eine Theologie, von der sich die breitere christliche Kirche seit Jahrhunderten nach den Schrecken der Kreuzzüge zu distanzieren versucht.

Pagitt sagte: "Es scheint mir, dass Pete Hegseth eine Weltanschauung hat, die in Richtung des Gedankens verzerrt ist, dass diese Regierung eine besondere göttliche Mission hat. Er glaubt – weil er es sagt –, dass Gott Donald Trump und diejenigen, die er auswählte, auf einzigartige Weise dazu bestimmt hat, sehr spezifische Ziele in der Welt zu erreichen.

"Pete Hegseths eigene Version des Christentums basiert auf einem gewissen christlichen Fortschritt, der durch die Dominanz über die Regierungen der Nationen entsteht. Er glaubt, dass das Militär nicht nur für seine Zwecke zur Verfügung steht, sondern dass es auch da ist, um Gottes Plan für die Welt zu erfüllen."

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